Vorstellung: Ortsheimatpfleger Uwe Mertens

Sehr geehrte Damen und Herren,
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

OrtsheimatpflegerHeringhausen2

Quelle: Gemeinde Bestwig

hiermit möchte ich die Gelegenheit ergreifen und mich als neuer Ortsheimatpfleger des Dorfes Heringhausen vorstellen. Mit einem Schriftstück der Gemeinde Bestwig wurde mir mitgeteilt, dass die Ratsvertreter der Gemeinde Bestwig in ihrer Sitzung vom 22.04.2015 einstimmig beschlossen haben, mich zum Ortsheimatpfleger vorbehaltlich der Zustimmung des Westfälischen Heimatbundes zu bestellen. Für diese erfreuliche Ergebnis möchte ich mich recht herzlich bedanken.

Bevor ich mich aber als neuer Ortsheimatpfleger vorstelle, möchte ich es aber nicht unterlassen, meinem Vorgänger Reinhard Schmidtmann als lang gedientem Ortsheimatpfleger unseres Dorfes für seine bisherige Tätigkeit ausgiebig Dank auszusprechen. Reinhard Schmidtmann kenne ich seit meiner Kindheit und ich verbinde auch seit dieser Zeit seine Person mit einem hohen Maß an bürgerlichem Engagement. Uns ist, so denke ich, allen bewusst, dass er Großes nicht nur für unser Dorf, sondern auch für die Gemeinde Bestwig und auch darüber hinaus geleistet hat.

Erwähnen möchte ich an dieser Stelle, dass wir dank seiner umfassenden Nachforschungen in verschiedenen Archiven (Münster, Paderborn, Köln, Darmstadt, usw.) Kenntnis über die ersten offiziellen Urkunden erlangen konnten, die uns die Jubiläumsfeier im letzten Jahr überhaupt erst ermöglichte. Hierbei ist zu beachten, dass das Studium der alten Schriften (Paläografie) sehr zeitaufwendig sein kann; denn es gilt die zum damaligen Zeitpunkt verwendeten Schriftsprachen zu entschlüsseln, um Erkenntnisse zu gewinnen und notwendige Schlüsse ziehen zu können.

Unvergessen wird auch die Fähigkeit zur Dokumentation der Zeitgeschichte unseres Ortes bleiben; denn mit den vielen Veröffentlichungen in den Jahrbüchern des Heimatbundes, den erstellten Fotodokumentationen (ich erinnere an seine Mitwirkung bei der Ausstellung im Rathaus Bestwig im Jahr 2002 und an viele andere  Vorträge in Heringhausen) und den festgehaltenen Geschichten hat er zur Erhaltung und Stärkung der Ortsgemeinschaft massiv beigetragen. Denn nur wer sich seiner Vergangenheit bewusst ist, kann in der Gegenwart eine Zukunft schaffen, die die Geschichte ehrt und selbst Geschichte schreibt.

Der im Jahr 2002 ins Leben gerufene Panoramaweg ist zwischenzeitlich auch über die Region Bestwig bekannt und wurde durch den Deutschen Wanderverband mit dem Siegel „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ wiederholt ausgezeichnet. Als „Wanderweg über die Höhenlagen der Bestwiger Berge“ hat er sich zu einem Touristenziel gemausert und kann Reinhard Schmidtmann als seinen geistigen Vater nennen.

Nach dem 700J jährigen Jubiläum in Heringhausen im letzten Jahr hat sich Reinhard Schmidtmann nunmehr dazu entschlossen, das Ehrenamt, das er seit so vielen Jahren mit viel Energie, Willenskraft und Hilfsbereitschaft den Bürgern gegenüber innig mit Leben füllte, einem Nachfolger zur Verfügung zu stellen, der seine Arbeit erfolgreich fortsetzen würde.

Ende Januar 2015 wurde mir durch den ehemaligen Ortsvorsteher unseres Dorfes, Werner Kenter, die Frage gestellt, ob ich nicht Interesse an der Fortführung der bisher so erfolgreichen Arbeit von Reinhard hätte und ob ich mir nicht würde vorstellen können, diese Aufgabe zu übernehmen. Aufgrund der Kenntnis der Aufgabenfülle konnte ich mir die Übernahme allerdings nur schwer vorstellen; denn die Fußstapfen sind sehr groß. Nichtsdestotrotz habe ich mich dann doch dazu entschlossen, mich dieser Aufgabe zu widmen. Dahingehend möchte ich mich auch bei Zusprache von Mitbürgern der Dorfgemeinschaft Heringhausen, insbesondere Ulrich Bathen und Werner Kenter, bedanken, die mir Mut gemacht und Unterstützung für die bevorstehende Zeit zugesprochen haben.

Nun möchte ich aber auch einige Sätze über meine Person verlieren und mich denen vorstellen, die mich noch nicht oder noch nicht so gut kennen.

Nach meinem Schulabschluss begann ich im Jahr 1984 bei der Fa. Sommer in Nuttlar eine Ausbildung zum Zentralheizungs- und Lüftungsbauer, die ich im Jahr 1987 erfolgreich beendete. Ein weiteres Jahr blieb ich dort, um die erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten auszubauen und zu vertiefen, bevor ich 1988 an die Fachoberschule in Olsberg und 1989 an die Fachhochschule Bochum (Standort Gelsenkirchen) wechselte, um dort mein erstes Studium (Fachrichtung Versorgungstechnik) zu absolvieren. Meine Diplomarbeit wurde im Jahr 1994 mit dem DVGW-Studienpreis (Deutscher Verband des Gas- und Wasserfachs) ausgezeichnet. Die Verleihung der Urkunde erfolgt im Kongresscenter Hamburg, Laudator war der damalige regierende Oberbürgermeister Henning Voscherau. Nach dem Abschluss dieses Studiums nahm ich 1993 bei der Fa. OTTO Luft- und Klimatechnik in Bad Berleburg eine Stelle als eigenverantwortlicher Projektleiter und Ausbilder am neu gegründeten Standort in Leipzig an. Dort befasste ich mich neben dem Aufbau der Niederlassung auch mit dem technischen Anlagenbau im Schwerpunkt Lüftung / Klima und deren Nebengewerke (Heizung, MSR, Sanitär, technische Isolierung und Brandschutz) in Deutschland aber auch im europäischen Ausland. Über einen Zeitraum von gut 18 Jahren hatte ich eine enge Bindung an diese Firma und an die Stadt Leipzig, der ich bis heute verbunden bin. Für die Fa. OTTO war ich hauptsächlich in der Niederlassung Leipzig tätig. Je nach Baumaßnahme habe ich aber auch gerne an anderen Standorten / Niederlassungen meine Arbeitskraft zur Verfügung gestellt.

Im Jahr 1999 hat mich die Firma zum technischen Leiter der Niederlassung Leipzig berufen, eine Position, die ich bis 2011 bekleidete. In den Jahren 2001 bis 2004 absolvierte ich in Leipzig ein weiteres Studium der Fachrichtung Betriebswirtschaftslehre. 2011 nahm ich eine neue Tätigkeit in der Vertriebsabteilung der Firma am Hauptsitz in Bad Berleburg an.

Da ich mich beruflich aber weiterentwickeln wollte, wechselte ich im August 2013 zu einem Ingenieurbüro für Energietechnik (GET) in Arnsberg, bei dem ich bis heute beschäftigt bin. Der Schwerpunkt dieser Arbeitsstelle liegt in der Planung, Beratung und Bauüberwachung haustechnischer Gewerke.

Ab dem Sommersemester 2015 bin ich nebenberuflich als Dozent bei der Fachhochschule Südwestfalen in Siegen in der Studentenbetreuung (Schwerpunktbereich Heizungs- und Lüftungstechnik) angestellt. Im Rahmen meiner dortigen Tätigkeit entwickle ich Projekte und arbeite diese gemeinsam mit den Studenten in Seminaren aus, um die Studierenden in die Planung technischer Anlagen einzuweisen.

Am Rande möchte ich noch erwähnen, dass ich nach einjähriger Lehrzeit 1997 in Dresden eine staatliche Prüfung zum Pyrotechniker (Berechtigung zum Abbrand von Großfeuerwerken nach §20 des SprengG) abgelegt habe und parallel dazu auch die gewerbliche Anerkennung für die Durchführung von Sprengarbeiten über 15 Jahre inne hatte. Leider ist man selbst mit entsprechender Berechtigung nicht immer gegen Unfälle gewappnet. Aber trotz des damaligen Unfalls im Jahr 1998 pflege ich die Durchführung dieser Hobbys bis zum heutigen Tag und habe schon auf sehr vielen Festveranstaltungen als verantwortlicher Pyrotechniker Lichterglanz am Himmel zur Freude der Zuschauer erzeugen dürfen.

Die Entscheidung, nun das Ehrenamt des Ortsheimatpflegers zu übernehmen, erfordert meiner Meinung nach eine beträchtliches Engagement, da das Aufgabenfeld recht umfangreich ist. Um ehrlich zu sein, ich werde nicht alle Themenfelder so detailliert besetzen können, wie dies Reinhard Schmidtmann lange Zeit getan hat; dahingehend werde ich versuchen einige zentrale Schwerpunkte zu setzen.

Neben der Fortsetzung des Studiums der Orts- und Heimatgeschichte möchte ich mich vor allem der fachgerechten Archivierung widmen und strebe an, ein entsprechendes Archiv innerhalb unseres Ortes aufzubauen. Darunter verstehe ich in erster Linie die Sammlung von Bildern, Plakaten, Druckschriften, Flugblättern, Fotos, Karten, Plänen, Zeichnungen, Filmen und Videoaufzeichnungen und sonstiger Unterlagen sowie deren Digitalisierung zum Erhalt für nachfolgende Generationen. Um dies fachgerecht ausführen zu können, ist die Mitwirkung und Unterstützung der Dorfgemeinschaft und aller anderen Vereine und Mitbewohner unseres Ortes notwendig. Daher biete ich mich als Ansprechpartner für alle Bürger unseres Ortes an und lade dazu ein, an der Entstehung eines Archivs entscheidend beizutragen. Hierbei geht es insbesondere um solches Gut, welches dem gemeinschaftlichen Interesse nicht so ohne weiteres zufällt, da es vorwiegend familiäre Verhältnisse betrifft, aber dennoch sehr gut dazu beitragen kann, wichtige Lücken in der Ortsgeschichte zu schließen. Mit diesem Satz ist die Dokumentation zur Geschichte einzelner Familien oder auch von Berufen, die für uns ortstypisch sind, gemeint. Bedauerlich wäre, wenn für die Ortsgeschichte eventuell bedeutende Unterlagen mit dem Tod von Angehörigen oder mit einem möglichen Eigentümerwechsel in der Bedeutungslosigkeit verschwinden und von Erben oder Neueigentümern nur als unnötiger Ballast empfunden und der Vernichtung zugeführt oder auf Antik- und Trödelmärkten veräußert werden.

Mir hat Reinhard Schmidtmann für die Ausführung dieser Tätigkeit seine volle Unterstützung zugesichert und ich bin sehr froh darüber, dass er nicht nur mir mit Rat und Tat noch hoffentlich viele seiner Lebensjahre als erster und wichtigster Hinweisgeber zur Verfügung stehen wird.

Ich werde versuchen, nach besten Kräften für die Bürger und Vereine dieses Ortes als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Auf eine gute und erfolgreiche Zusammenarbeit für die kommenden Jahre freue ich mich schon jetzt.

Mit freundlichen Grüßen,

Uwe Mertens
(Ortsheimatpfleger, Heringhausen)

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://heringhausen.com/vorstellung-ortsheimatpfleger-uwe-mertens/